König Haakon VIII.: Seine emotionale erste Rede – „Ich werde ihn vermissen“
Kurzantwort: König Haakon VIII. von Norwegen hielt seine erste Ansprache als König am Abend des 29. August 2026 – nur einen Tag nach dem Tod seines Vaters, König Harald V. In der emotionalen Rede aus dem Königlichen Schloss in Oslo dankte er seinem Vater mit den Worten: „Mein lieber Vater, danke, dass du so ein wunderbarer Papa für Märtha und mich warst.“ Und er sagte den Satz, der um die Welt ging: „Ich werde ihn vermissen. Ich werde sein Lachen vermissen.“ Die Rede war keine neue Ansprache im Oktober, sondern die erste Rede des neuen Königs – und sie bewegt Norwegen bis heute.
| Fakt | Details |
|---|---|
| König | Haakon VIII. (Haakon Magnus), König von Norwegen |
| Anlass | Erste Ansprache als König nach dem Tod seines Vaters |
| Datum der Rede | Samstag, 29. August 2026, abends |
| Ort | Königliches Schloss, Oslo (aufgezeichnete Fernsehansprache) |
| Vorgänger | König Harald V., gestorben am 28. August 2026 im Alter von 89 Jahren |
| Thronbesteigung | 28. August 2026, sofort nach dem Tod des Vaters |
| Motto | „Alt for Norge“ (Alles für Norwegen) |
| Eid im Parlament | 1. September 2026 im Storting |
Der Anlass: Ein Land in Trauer
Am Morgen des 28. August 2026 starb König Harald V. von Norwegen im Osloer Universitätskrankenhaus Rikshospitalet. Er wurde 89 Jahre alt und hatte seit Januar 1991 auf dem norwegischen Thron gesessen – mehr als drei Jahrzehnte. Die Todeszeit wurde mit 6:35 Uhr angegeben. Für Norwegen war es das Ende einer Ära: Harald war ein König, den viele Norweger ihr ganzes Leben lang gekannt hatten.
Noch am selben Vormittag trat der Staatsrat im Königlichen Schloss zusammen. Dort teilte der neue König offiziell mit, dass sein Vater gestorben sei und dass er die Regierung als König von Norwegen übernommen habe. Er verkündete seinen Königsnamen – Haakon VIII. – und bestätigte das Motto „Alt for Norge“, das schon sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater getragen hatten.
Vor dem Schloss versammelten sich in den folgenden Stunden Tausende Menschen. Sie legten Blumen nieder, zündeten Kerzen an und hinterließen Botschaften. Der Schlossplatz, so berichtete Haakon später selbst, war voller Menschen, Blumen, Botschaften und Kerzen. Es war ein Bild der Trauer – und zugleich ein Bild des Zusammenhalts.
Die Rede: „Ich werde ihn vermissen“
Am Samstagabend, einen Tag nach dem Tod seines Vaters, wandte sich König Haakon VIII. erstmals als König an sein Volk. Die Ansprache wurde im Königlichen Schloss in Oslo aufgezeichnet und im Fernsehen ausgestrahlt. Haakon saß an einem Schreibtisch, in schwarzem Anzug, weißem Hemd und schwarzer Krawatte. Neben ihm standen zwei brennende Kerzen und ein Porträt seines lächelnden Vaters.
Die Rede dauerte nur knapp zehn Minuten – aber sie reichte, um ein ganzes Land zu bewegen. Haakon sprach nicht in erster Linie als Staatsoberhaupt, sondern als Sohn. Er dankte seinem Vater dafür, dass er für ihn und seine ältere Schwester, Prinzessin Märtha Louise, ein wunderbarer Vater gewesen sei: warm und beruhigend, so schilderte er ihn. Er beschrieb Harald als liebevollen Großvater, als großzügigen Schwiegervater und als Bruder und Onkel, mit dem alle gern Zeit verbracht hätten.
Besonders bewegend war der Moment, in dem Haakon über den Verlust selbst sprach. Nach Berichten des norwegischen Rundfunks NRK sagte er: „Ich werde ihn vermissen. Ich werde sein Lachen vermissen. Seine warme, zurückhaltende Art, Menschen und Situationen zu begegnen.“ Es sind Sätze, die jeder versteht, der schon einmal einen Vater verloren hat – ganz gleich, ob der Vater König war oder nicht.
Ein weiterer Satz der Rede wurde in Norwegen immer wieder zitiert: „Er hat mit uns geweint, als wir so viele auf Utøya und im Regierungsviertel verloren haben.“ Damit erinnerte Haakon an die Terroranschläge vom 22. Juli 2011, die Norwegen tief erschütterten. Sein Vater, so Haakon, habe das Land in jenen Tagen zusammengehalten – indem er in Worte fasste, wer die Norweger sind.
Der Hochzeitstag, der keiner mehr wurde
Einer der emotionalsten Augenblicke der Rede hatte mit einem Datum zu tun: Am Tag der Ansprache hätten Harald und Königin Sonja eigentlich ihren 58. Hochzeitstag gefeiert. Stattdessen trauerte Sonja um ihren Mann. Haakon wandte sich in der Rede direkt an seine Mutter und sagte, sichtlich bewegt: „Herzlichen Glückwunsch zum Hochzeitstag, liebe Mama.“
Es war ein Moment, in dem die Grenze zwischen Staatsakt und Familie verschwamm. Die Zuschauer sahen keinen Monarchen, der eine Pflichtübung absolvierte, sondern einen Sohn, der seiner trauernden Mutter Trost spenden wollte – vor den Augen eines ganzen Landes. Viele Kommentatoren nannten genau diesen Satz später als den ergreifendsten der gesamten Ansprache.
Die Rede im Wortlaut: Die wichtigsten Zitate
Die folgenden Zitate stammen aus Berichten über die Ansprache, unter anderem nach Angaben des norwegischen Rundfunks NRK. Sie sind hier in deutscher Übersetzung wiedergegeben:
„Gestern Morgen um 6:35 Uhr ist Seine Majestät König Harald V., mein Vater, den ich so sehr geliebt habe, gestorben.“ – So begann Haakon seine Ansprache und benannte den Schmerz des Landes beim Namen.
„Mein lieber Vater, danke, dass du so ein wunderbarer Papa für Märtha und mich warst. Warm und beruhigend.“ – Der Dank an den Vater als Familienmenschen steht im Zentrum der Rede.
„Du hast uns alle unterstützt und dich um uns gekümmert. Es macht mich stolz, an alles zu denken, was du ertragen hast – und wofür du eingetreten bist.“ – Hier würdigt Haakon die Standhaftigkeit seines Vaters.
„Ich werde ihn vermissen. Ich werde sein Lachen vermissen.“ – Der Satz, der zum geflügelten Wort der Trauerwoche wurde.
„Wir sind ein Volk.“ – Mit diesem Satz schloss Haakon den Bogen vom persönlichen Verlust zur nationalen Einheit. Norwegen, so seine Botschaft, steht in guten wie in schwierigen Zeiten zusammen.
Wichtig ist dabei eine Klarstellung: In Schlagzeilen kursiert auch die Formulierung „Ich vermisse meinen Vater“. Das ist eine verkürzte, sinngemäße Wiedergabe. Der in Berichten überlieferte Wortlaut lautet: „Ich werde ihn vermissen.“ Beides meint dasselbe – aber wer die Rede zitiert, sollte den überlieferten Wortlaut verwenden.
Der Tag, an dem alles wechselte: 28. August 2026
Der 28. August 2026 begann für Norwegen mit einer Todesnachricht und endete mit einem neuen König. Nach der Verfassung geht die Krone im Moment des Todes automatisch auf den Thronfolger über – es gibt keine Lücke, keinen Tag ohne König. Haakon war also bereits König, als er am Vormittag vor den Staatsrat trat.
Was folgte, war eine Woche des Abschieds und der Übergänge: Trauerfeierlichkeiten, Kondolenzbekundungen aus aller Welt und die Vorbereitung auf den Eid im Parlament. Am Dienstag, dem 1. September 2026, legte Haakon VIII. im Storting, dem norwegischen Parlament, den Eid auf die Verfassung ab. Er versprach, das Königreich Norwegen in Übereinstimmung mit Verfassung und Gesetzen zu regieren.
Bei der Zeremonie waren seine Frau, Königin Mette-Marit, seine Kinder, Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, sowie seine Mutter, Königin Sonja, anwesend. Eine Krönung gibt es in Norwegen nicht mehr – das Land hat diese Praxis bereits 1908 abgeschafft. Der Eid im Parlament ist damit der zentrale verfassungsrechtliche Akt des Thronwechsels.
Wer ist König Haakon VIII.?
Haakon Magnus wurde am 20. Juli 1973 in Oslo geboren. Er ist das zweite Kind und der einzige Sohn von König Harald V. und Königin Sonja und gehört zur vierten Generation der regierenden norwegischen Königsfamilie aus dem Haus Glücksburg. Seine ältere Schwester ist Prinzessin Märtha Louise.
Haakon ist ausgebildeter Marineoffizier und studierte Politikwissenschaft an der University of California in Berkeley sowie Entwicklungsstudien an der London School of Economics. Seit dem 25. August 2001 ist er mit Mette-Marit Tjessem Høiby verheiratet. Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder: Kronprinzessin Ingrid Alexandra, geboren am 21. Januar 2004, und Prinz Sverre Magnus, geboren am 3. Dezember 2005. Ingrid Alexandra ist heute die Thronfolgerin ihres Vaters.
Als Kronprinz engagierte sich Haakon über viele Jahre für Entwicklungsfragen, für die Jugend und für den interkulturellen Dialog. Er war unter anderem als Botschafter des guten Willens für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen tätig und gründete 2006 gemeinsam mit anderen die Initiative Global Dignity. Sein Stil galt schon als Kronprinz als offen, nahbar und modern – Eigenschaften, die in seiner ersten Rede als König deutlich durchschienen.
Harald V.: Ein König für alle Norweger
Um Haakons Rede zu verstehen, muss man wissen, wer sein Vater war. Harald V. bestieg den Thron im Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. Er regierte mehr als 35 Jahre und wurde in dieser Zeit zu einer Figur, die weit über das Protokoll hinaus wirkte. Besonders in Erinnerung bleibt seine Ansprache von 2016, in der er sagte, Norwegen seien vor allem seine Menschen – gleich, woher sie kommen und woran sie glauben.
Haakon griff in seiner ersten Rede genau dieses Erbe auf. Er erinnerte daran, dass sein Vater sich für die Samen entschuldigt habe, dass er nach einem Hurrikan in wattierter Jacke und Gummistiefeln zu den Betroffenen gereist sei und dass er jedem Menschen mit Respekt und Großzügigkeit begegnet sei – ohne Unterschiede zu machen. Es ist das Bild eines Königs, der nicht über seinem Volk stand, sondern mitten unter ihm.
Auch die Zahlen sprechen für dieses Erbe: In einer Umfrage des Instituts Norstat für den Sender NRK – der ersten seit Haralds Tod – sprachen sich 72 Prozent der Norweger für die Monarchie aus, nur 20 Prozent für eine Republik oder eine andere Staatsform. Im Mai hatte die Zustimmung noch bei 64 Prozent gelegen. Die Trauerwoche und Haakons Rede haben die Monarchie demnach eher gestärkt als geschwächt.
Was die Rede für Norwegen bedeutet
Haakons erste Ansprache war mehr als ein Nachruf. Sie war eine Selbstverpflichtung. Haakon machte deutlich, dass er die Dinge auf seine eigene Weise tun werde – so wie sein Vater es vor ihm getan habe. Zugleich bekräftigte er die Grundlagen Norwegens als konstitutionelle Monarchie: Selbstverwaltung, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die gleiche Würde jedes einzelnen Menschen.
Für die Norweger war die Rede auch ein Moment des Trostes. Ein neuer König, der offen über Trauer spricht, der seine Mutter tröstet und der seinen Vater nicht nur als Monarchen, sondern als Menschen würdigt – das schafft Nähe in einer Zeit, in der viele Menschen Halt suchen. Dass Haakon dabei nicht pathetisch, sondern ruhig und persönlich blieb, wurde in Norwegen und international besonders gelobt.
Und für alle, die die Rede heute noch einmal ansehen, bleibt sie ein Dokument des Übergangs: vom alten König zum neuen, von der Trauer zur Zuversicht. Haakon VIII. hat mit zehn Minuten gezeigt, welcher König er sein will – einer, der zuhört, der verbindet und der, wie sein Vater, für alle Norweger da sein möchte. „Wir sind ein Volk“ – dieser Satz ist inzwischen so etwas wie das Leitmotiv seiner jungen Regentschaft.
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Häufige Fragen zu König Haakon VIII. und seiner Rede
Wann hielt König Haakon VIII. seine erste Rede?
Am Abend des 29. August 2026, einen Tag nach dem Tod seines Vaters Harald V.
Was sagte Haakon in der Rede über seinen Vater?
Er dankte ihm dafür, ein wunderbarer Vater gewesen zu sein, und sagte: „Ich werde ihn vermissen. Ich werde sein Lachen vermissen.“
Heißt das Zitat „Ich vermisse meinen Vater“?
Diese Formulierung ist eine verkürzte Schlagzeilen-Version. Der überlieferte Wortlaut lautet: „Ich werde ihn vermissen.“
Wann starb König Harald V.?
Am 28. August 2026 um 6:35 Uhr im Rikshospitalet in Oslo, im Alter von 89 Jahren.
Wann wurde Haakon VIII. König?
Am 28. August 2026, unmittelbar mit dem Tod seines Vaters. Seinen Königsnamen und das Motto „Alt for Norge“ verkündete er noch am selben Tag vor dem Staatsrat.
Wann legte Haakon VIII. den Eid ab?
Am 1. September 2026 im Storting, dem norwegischen Parlament.
Wer ist Königin Mette-Marit?
Mette-Marit Tjessem Høiby ist seit dem 25. August 2001 mit Haakon verheiratet und heute Königin von Norwegen.
Wer sind Haakons Kinder?
Kronprinzessin Ingrid Alexandra (geboren 2004) und Prinz Sverre Magnus (geboren 2005). Ingrid Alexandra ist die Thronfolgerin.
Wie alt ist König Haakon VIII.?
Er wurde am 20. Juli 1973 geboren und war bei seiner Thronbesteigung 53 Jahre alt.
Was bedeutet das Motto „Alt for Norge“?
Es bedeutet „Alles für Norwegen“ und wird seit 1905 von allen norwegischen Königen aus dem Haus Glücksburg getragen.
Le fotografie di questo articolo provengono da Wikimedia Commons e sono pubblicate con licenza Creative Commons. L’immagine principale ritrae re Haakon VIII all’arrivo allo Storting.



