Katrin Sass wird 70: Alter, Biografie & Karriere
Kurzantwort: Katrin Sass wurde am 23. Oktober 1956 in Schwerin geboren und feierte am 23. Oktober 2026 ihren 70. Geburtstag. Die deutsche Schauspielerin wurde in der DDR mit dem DEFA-Film Bürgschaft für ein Jahr bekannt, für den sie 1982 den Silbernen Bären erhielt, und erreichte im wiedervereinigten Deutschland mit Good Bye, Lenin! (2003), Weissensee und der ARD-Reihe Der Usedom-Krimi ein Millionenpublikum. 2025 wurde sie mit der Goldenen Henne für ihr Lebenswerk geehrt.

Katrin Sass im Überblick
| Vollständiger Name | Katrin Sass (zeitweise Saß) |
|---|---|
| Geboren | 23. Oktober 1956 in Schwerin |
| Alter | 70 Jahre (Geburtstag am 23. Oktober 2026) |
| Beruf | Schauspielerin, auch Sängerin |
| Bekannt für | Good Bye, Lenin!, Weissensee, Der Usedom-Krimi |
| Erste große Auszeichnung | Silberner Bär der Berlinale 1982 für Bürgschaft für ein Jahr |
| Lebenswerk | Goldene Henne 2025 in der Kategorie Lebenswerk |
| Ehemaliger Ehemann | Regisseur Siegfried Kühn (verheiratet 1991 bis 2007) |
| Autobiografie | Das Glück wird niemals alt (2003) |
| Wohnorte | Mecklenburg und Berlin-Müggelheim |
70. Geburtstag: Ein Leben zwischen DDR-Kino und ARD-Erfolg
Am 23. Oktober 2026 wurde Katrin Sass 70 Jahre alt – ein runder Geburtstag für eine Schauspielerin, deren Karriere fast fünf Jahrzehnte umfasst und zwei deutsche Filmwelten verbindet: das DEFA-Kino der DDR und das gesamtdeutsche Fernsehen nach der Wiedervereinigung. Während viele ihrer Kolleginnen und Kollegen nach 1990 erst neu anfangen mussten, gelang Sass ein seltener nahtloser Übergang: Sie blieb präsent, ohne ihre Vergangenheit zu verleugnen, und wurde für das jüngere Publikum erst durch Good Bye, Lenin! und später durch den Usedom-Krimi zu einem vertrauten Gesicht am Donnerstagabend im Ersten.
Der Geburtstag fällt in eine Phase, in der ihre Arbeit erneut gewürdigt wird: 2025 erhielt Sass die Goldene Henne in der Kategorie Lebenswerk. Die Auszeichnung fasst zusammen, was ihre Laufbahn ausmacht – Beständigkeit, Wandlungsfähigkeit und eine bemerkenswerte Offenheit gegenüber den Brüchen der eigenen Biografie. Zugleich läuft ihre ARD-Reihe weiter: Der Usedom-Krimi wird seit 2014 mit ihr in der Hauptrolle der ehemaligen Staatsanwältin Karin Lossow fortgesetzt, zuletzt mit neuen Folgen im Herbstprogramm.
Kindheit in Schwerin: Die Tochter einer Schauspielerin
Katrin Sass wurde als Tochter der Schauspielerin Marga Heiden (1921–2013) geboren, die im DDR-Fernsehen vor allem durch Mundartstücke der Fritz-Reuter-Bühne Schwerin bekannt wurde. Schon als Schülerin begleitete Katrin Sass ihre Mutter zu Proben, Aufführungen und auf Tourneen – die Bühne war für sie kein ferner Traum, sondern Alltag. Dennoch führte ihr Weg zunächst nicht direkt zur Schauspielschule: Auf Drängen ihrer Mutter lernte sie zunächst den Beruf der Facharbeiterin für Fernsprechtechnik und arbeitete danach als Ankleiderin an einem Theater.
Der erste Bewerbungsversuch an der Berliner Schauspielschule scheiterte, der zweite in Rostock gelang. Dort studierte sie drei Jahre lang Schauspiel – und wurde noch während des Studiums für eine Hauptrolle entdeckt, die ihr Leben verändern sollte. Diese Mischung aus handwerklicher Bodenständigkeit und künstlerischem Ehrgeiz prägt Sass bis heute: In Interviews spricht sie offen, direkt und ohne Glamour-Attitüde über ihren Beruf.
DEFA-Durchbruch: Silberner Bär mit 25 Jahren
Ihr Filmdebüt gab Katrin Sass 1979 mit 23 Jahren in Heiner Carows Filmdrama Bis daß der Tod euch scheidet, in dem sie die jung verheiratete Verkäuferin Sonja spielte, deren Ehe an den Konflikten des Alltags zerbricht. Der Film machte sie in der DDR schlagartig bekannt. Nur zwei Jahre später folgte der internationale Durchbruch: Als alleinerziehende Mutter Nina Kern, die um das Sorgerecht für ihre drei Kinder kämpft, stand sie in Herrmann Zschoches Bürgschaft für ein Jahr (1981) vor der Kamera – gedreht noch während ihrer Studienzeit.
Für diese Rolle erhielt sie auf der Berlinale 1982 in West-Berlin den Silbernen Bären als beste Darstellerin. Sass selbst berichtet, dass sie als Reaktion auf die westdeutsche Auszeichnung vom DDR-Regime zunächst zwei Jahre lang keine Filmrollen mehr erhalten habe. Ab Mitte der 1980er-Jahre war sie dann wieder in zahlreichen DEFA-Filmen zu sehen, unter anderem in Das Haus am Fluß (1986) und Fallada – Letztes Kapitel (1988), und wurde 1987 in der DDR zur Schauspielerin des Jahres gekürt. Parallel spielte sie Theater: Nach dem Studium am Kleist-Theater in Frankfurt (Oder) holte sie Peter Sodann 1981 ans Landestheater Halle, später folgte ein Engagement am Schauspielhaus Leipzig bis 1990.
Nach der Wende: Polizeiruf 110, Krise und offener Neuanfang
Im wiedervereinigten Deutschland wurde Katrin Sass einem gesamtdeutschen Publikum vor allem als Kriminalhauptkommissarin Tanja Voigt in der Fernsehreihe Polizeiruf 110 bekannt, die sie von 1993 bis 1998 in zehn Folgen spielte. Es war eine Paraderolle – und zugleich eine Zeit großer persönlicher Belastung: Sass litt seit ihrem 19. Lebensjahr an einer Alkoholsucht, die sich besonders nach der Wende verschärfte. 1998 kündigte ihr der ORB, die damals produzierende Sendeanstalt, die Rolle als Kommissarin Voigt.
Im selben Jahr überwand Sass ihre Sucht, 2001 sprach sie öffentlich darüber. Diese Offenheit wurde zu einem Markenzeichen: Statt die Krise zu verschweigen, machte sie sie in ihrer 2003 erschienenen Autobiografie Das Glück wird niemals alt zum Thema. Auch ein anderes dunkles Kapitel ihrer Biografie hat sie nicht ausgespart: Sie erklärte, zu DDR-Zeiten von ihrer besten Freundin seit 1987 sowie von Freunden und Kollegen, die als Inoffizielle Mitarbeiter der Stasi angeworben worden waren, bespitzelt worden zu sein. Diese Erfahrungen fließen bis heute in die Ernsthaftigkeit ein, mit der sie Figuren spielt, die Verletzungen und Widersprüche in sich tragen.
Das große Comeback: Heidi M. und Good Bye, Lenin!
Nach der Krise gelang Katrin Sass ein Comeback, das in der deutschen Filmgeschichte seinesgleichen sucht. In Michael Kliers Sozialdrama Heidi M. (2001) spielte sie die Titelrolle einer Frau, die sich nur zögerlich wieder auf eine Beziehung einlässt – eine Leistung, für die sie den Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin und den Preis der deutschen Filmkritik erhielt. Zwei Jahre später folgte die Rolle, mit der sie international bekannt wurde: In Wolfgang Beckers Tragikomödie Good Bye, Lenin! (2003) verkörperte sie Christiane Kerner, die überzeugte Sozialistin und Mutter, deren erwachsene Kinder ihr nach einem Herzinfarkt und dem Fall der Mauer eine heile DDR-Welt vorspielen.
An der Seite von Daniel Brühl, Chulpan Khamatova und Michael Gwisdek wurde Sass Teil eines der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Für Good Bye, Lenin! erhielt sie unter anderem einen Bambi, den Publikumspreis als beste Darstellerin bei den Europäischen Filmpreisen und die Goldene Leinwand. Der Film machte sie auch für ein junges Publikum unverwechselbar – bis heute wird sie von vielen Zuschauerinnen und Zuschauern zuerst mit Christiane Kerner verbunden, jener Mutter, die zwischen Idealen, Familie und einer verschwundenen Welt steht.
Weissensee und die Musik: Dunja Hausmann und Königskinder
Von 2010 bis 2015 spielte Katrin Sass in der ARD-Fernsehserie Weissensee eine der Hauptrollen: Als Chansonsängerin und Klavierlehrerin Dunja Hausmann war sie Teil der Familiengeschichte zweier Ost-Berliner Familien zwischen 1980 und 1990. Die Serie, die das Leben in der späten DDR in der Art eines Familienepos erzählt, wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis als beste Serie. Sass sang die Lieder ihrer Figur selbst – und veröffentlichte sie 2013 unter dem Titel Königskinder als Album.

Die Musik blieb ein zweites Standbein: Bereits 2011 war sie in der Hauptfigur des Musikvideos Wir sind am Leben des Berliner Duos Rosenstolz zu sehen, 2023 veröffentlichte sie das Album Am Wasser. Im August 2006 hatte sie außerdem in Klaus Maria Brandauers Inszenierung von Bertolt Brechts Dreigroschenoper am Metropol-Theater Berlin die Rolle der Celia Peachum gespielt. Theater, Film, Fernsehen und Musik – Sass hat nie nur auf ein Medium gesetzt, sondern ihre Vielseitigkeit bewusst gepflegt.
Der Usedom-Krimi: Karin Lossow ermittelt weiter
Seit 2014 verkörpert Katrin Sass die Hauptrolle der ehemaligen Staatsanwältin Karin Lossow in der ARD-Donnerstagskrimireihe Der Usedom-Krimi. Karin Lossow ermittelt gemeinsam mit ihrer Tochter, der Kriminalhauptkommissarin Julia Thiel, auf der Ostseeinsel Usedom – ein Mutter-Tochter-Gespann, dessen persönliche Beziehung immer wieder auf eine harte Probe gestellt wird, weil Karin einst Julias Vater tötete. Die Reihe läuft donnerstags um 20:15 Uhr im Ersten und gehört zu den verlässlichsten Krimi-Marken der ARD.
Für Sass ist die Rolle ein spätes Geschenk: Mit über 60 Jahren bekam sie eine Serienhauptrolle, die nicht auf das Alter reduziert, sondern auf Erfahrung, Eigenwilligkeit und moralische Klarheit setzt. Karin Lossow ist keine nette Seniorin am Rande der Handlung, sondern die treibende Kraft der Ermittlungen – und genau darin liegt der Reiz der Reihe. Dass der Usedom-Krimi auch nach mehr als einem Jahrzehnt neue Folgen produziert, zeigt, wie sehr das Publikum diese Figur angenommen hat.
Privatleben: Ehe, Name und ein Leben zwischen Mecklenburg und Berlin
Von 1991 bis 2007 war Katrin Sass mit dem Regisseur Siegfried Kühn verheiratet, der unter anderem Der Traum vom Elch (1986) inszenierte, ihren ersten Film mit ihm. Heute lebt sie in Mecklenburg und in Berlin-Müggelheim – zwischen ihrer Heimat im Norden und der Hauptstadt, in der ein großer Teil ihres Berufslebens stattfindet. Über ihr Privatleben spricht sie selektiv: Was sie öffentlich macht, betrifft vor allem ihre Arbeit und die Erfahrungen, aus denen sie gelernt hat, nicht Klatsch.
Eine Besonderheit ihrer Biografie ist die Schreibweise ihres Namens: Zeitweise trat sie als Saß auf. Eigenen Angaben zufolge habe sie ihren Nachnamen in der DDR in Saß ändern lassen müssen, weil die damaligen staatlichen Autoritäten mit der Schreibweise Sass die Kürzel SA und SS assoziierten. Noch lange nach dem Ende der DDR trat sie unter der Schreibweise Saß auf, bevor sie wieder zu Sass zurückkehrte. Die Geschichte ist ein kleines, aber sprechendes Detail dafür, wie sehr Politik in der DDR selbst in einen Namen hineinregieren konnte.
Wer deutsche Schauspielerinnen und TV-Stars verfolgt, findet auf promisklatschs.de außerdem Porträts von Nina Ensmann, Sibylle Havemann und Georgina Fleur.
Auszeichnungen im Überblick
Die wichtigsten Preise von Katrin Sass zeigen die Spannweite ihrer Karriere: 1982 Silberner Bär der Berlinale für Bürgschaft für ein Jahr, 1999 Deutscher Fernsehpreis als beste Schauspielerin in einer Nebenrolle für Ein Mann stürzt ab und Sperling und der brennende Arm, 2001 Deutscher Filmpreis und Preis der deutschen Filmkritik für Heidi M., 2003 Bambi für Good Bye, Lenin!, 2005 die Berlinale Kamera, 2010 der Paula-Preis des Progress Film-Verleihs für ihre Verdienste um den deutschen Film, 2011 der Goldene Ochse beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern, 2015 der Europäische Kulturpreis für Schauspielkunst und 2025 die Goldene Henne für ihr Lebenswerk. Insgesamt wirkte sie in über 80 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Häufige Fragen zu Katrin Sass
Wie alt ist Katrin Sass?
Katrin Sass wurde am 23. Oktober 1956 in Schwerin geboren und wurde am 23. Oktober 2026 70 Jahre alt.
Wofür ist Katrin Sass bekannt?
Vor allem für Good Bye, Lenin! (2003) als Christiane Kerner, für Weissensee als Dunja Hausmann und für den Usedom-Krimi als ehemalige Staatsanwältin Karin Lossow. In der DDR wurde sie mit Bürgschaft für ein Jahr bekannt.
Welchen Preis gewann Katrin Sass für Bürgschaft für ein Jahr?
Für ihre Rolle als Nina Kern erhielt sie auf der Berlinale 1982 den Silbernen Bären als beste Darstellerin.
Spielt Katrin Sass noch im Usedom-Krimi mit?
Ja. Sie verkörpert seit 2014 die Hauptrolle der Karin Lossow in der ARD-Donnerstagskrimireihe Der Usedom-Krimi, die weiterhin mit neuen Folgen fortgesetzt wird.
War Katrin Sass mit Siegfried Kühn verheiratet?
Ja. Von 1991 bis 2007 war sie mit dem Regisseur Siegfried Kühn verheiratet.
Warum schrieb sich Katrin Sass zeitweise Saß?
Eigenen Angaben zufolge musste sie ihren Nachnamen in der DDR in Saß ändern lassen, weil die Behörden mit Sass die Kürzel SA und SS assoziierten. Später kehrte sie zur Schreibweise Sass zurück.
Hat Katrin Sass eine Autobiografie geschrieben?
Ja. 2003 veröffentlichte sie unter dem Namen Katrin Saß die Autobiografie Das Glück wird niemals alt.
Wo lebt Katrin Sass?
Sie lebt in Mecklenburg und in Berlin-Müggelheim.
Hat Katrin Sass auch gesungen?
Ja. Sie veröffentlichte 2013 das Album Königskinder mit Liedern aus Weissensee und 2023 das Album Am Wasser. 2011 war sie zudem in Rosenstolz‘ Musikvideo Wir sind am Leben zu sehen.
Welche Auszeichnung erhielt Katrin Sass 2025?
2025 erhielt sie die Goldene Henne in der Kategorie Lebenswerk.
Immagine in evidenza: ritratto di Katrin Sass da Wikimedia Commons, con licenza Creative Commons; tutti i diritti appartengono ai rispettivi autori e fotografi.



